Warum gibt es an der Universität Bubbles?
Campus, Mensa und gemeinsame Lehrformate machen die UdK formal zu einem offenen Begegnungsraum. Trotzdem bilden sich scharf abgegrenzte Mikroblasen – der Grund liegt in der Tiefe der disziplinären Habitusbildung (Bourdieu, 1982).
Über Semester hinweg entstehen feste Wissensordnungen, die festlegen, was innerhalb eines Studiengangs als relevant gilt – etwa die „GWK-Brille“ in der Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation. Eingeübte Praktiken wie strategisches Pitchen oder prozesshaftes Arbeiten fühlen sich für die jeweiligen Mitwirkenden einfach „richtig“ an (Reckwitz, 2003). Die Grenze der eigenen Bubble bleibt dabei unsichtbar (Luhmann, 1984).
Verstärkt wird dieser Effekt durch räumliche Nähe (Festinger et al., 1950) und soziale Homophilie – die Tendenz, sich bevorzugt mit ähnlichen Personen zu umgeben (McPherson et al., 2001): Wer sich raumzeitlich meist in denselben Institutsgebäuden aufhält und mit Gleichgesinnten interagiert, bleibt unter seinesgleichen. Das Netzwerk schließt sich durch sogenannte Network Closure, noch bevor interdisziplinärer Austausch überhaupt entstehen kann.
Im Rahmen dieses Projekts verstehen wir eine Bubble als einen Wahrscheinlichkeitsraum sozialer Interaktion, der sich aus strukturellen, räumlichen oder sozialen Bedingungen ergibt.